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8 clevere Tipps für pflegende Angehörige, die den Alltag sofort erleichtern

Wozu Tipps für pflegende Angehörige?

Weil auch Sie wichtig sind: Pflege Tipps und Tricks, die entlasten

Nicht alles im Pflegealltag lässt sich mit Anträgen, Formularen oder Hilfsmitteln lösen. Manchmal braucht es einfache, schnelle Tipps für pflegende Angehörige – aus dem echten Leben.

Ob eine Mülltüte als Rutschhilfe beim Umlagern im Bett oder ein Handtuchgriff für mehr Halt beim Umsetzen – es sind oft die kleinen Tricks, die den Alltag spürbar erleichtern.

Hier finden Sie genau 8 solcher Pflege Tipps und Tricks: unbürokratisch, kreativ und direkt aus der Praxis pflegender Angehöriger. Für Momente, in denen es einfach funktionieren muss.

Tipp 1: So gelingt Hochrutschen im Bett

Gleiten mit rutschfester Napfunterlage als Hilfe

Wenn die pflegebedürftige Person noch etwas Kraft in den Beinen hat, aber beim Hochrutschen im Bett mit den Füßen wegrutscht, hilft ein einfacher Trick:

Verwenden Sie eine rutschfeste Napfunterlage (z. B. aus dem Haustierbedarf) als Fuß-Bremse!

So geht’s:

Die Person liegt auf dem Rücken, zieht die Füße möglichst nah ans Gesäß.

Legen Sie die Napfunterlage unter die Füße – sie sorgt für Stabilität und Bodenhaftung.

Jetzt kann sich die Person selbstständig mit den Füßen nach oben drücken – Schritt für Schritt Richtung Kopfteil.

Warum das funktioniert:
Ein fester Kontaktpunkt der Füße ist entscheidend für Stabilität beim Hochrutschen. Die Napfunterlage ersetzt hier clever eine teure medizinische Anti-Rutsch-Matte.

Tipp 2: Hilfsmittel zum Hochziehen im Bett

Hinsetzen mit Gürtel oder Stoffleiter

Wenn das Aufrichten im Bett schwerfällt, weil die Beinmuskulatur zu schwach ist, der Oberkörper aber noch Kraft hat, kann ein einfacher Gürtel oder eine Stoffleiter zur echten Hilfe werden.

Ein Gürtel oder eine Stoffleiter erleichtern das Hochziehen.

So geht’s:

Einen stabilen Gürtel, ein festes Tuch oder eine Bettleiter am Fußende des Betts befestigen.

Dem Patienten die Schlaufe oder das Ende in die Hand geben.

Der Patient kann sich nun mit den Armen Stück für Stück hochziehen – bis in die aufrechte Sitzposition.

Als pflegende Person müssen Sie nur minimal am Rücken stützen, keine große Kraft aufwenden.

Am Ende kann sich der Patient selbstständig an die Bettkante setzen – ohne schweres Heben.

Vorteil:
Diese Methode nutzt vorhandene Kraft sinnvoll – und schont Rücken und Nerven auf beiden Seiten.

Tipp 3: Aufstehhilfe Bett Rollstuhl / Transfer Rollstuhl Bett

Mit einfachem Müllsack anstatt Rutschbrett für Rollstuhl

Wenn das Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl schwerfällt, weil der Patient das Gesäß nicht ausreichend anheben kann, hilft dieser clevere Trick:

Ein aufgeschnittener blauer Müllsack ersetzt die Gleitmatte / das Rutschbrett / das Transferbrett – einfach, günstig und effektiv.

So geht’s:

Blauen Müllsack (60–120 l) an der geschlossenen Seite aufschneiden, sodass ein „Schlauch“ entsteht.

Den geöffneten Müllsack unter Gesäß und Oberschenkel legen – offene Enden zeigen zu Kopf & Füßen.

Den Patienten nun vorsichtig auf den Rücken drehen, dann an die Bettkante setzen.

Vorteil:
Der Patient kann sich auch im Rollstuhl mikrobewegen und es können so ggf. Druckstellen vermieden werden.

Achtung bei hohen Temperaturen:
Die Mülltüte fördert das Schwitzen und kann einen Hitzestau verursachen.

Tipp 4: Schutz für das Bettgitter

Schwimmnudel gegen blaue Flecken

Offene Schienbeine, blaue Flecken oder ständiges Anstoßen an harten Bettgittern sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch unnötig – vor allem, wenn einfache Mittel Erleichterung bringen. Eine clevere, kostengünstige Lösung: die gute alte Schwimmnudel.

So geht’s:

Schneiden Sie eine Schwimmnudel der Länge nach ein.

Klemmen Sie die Schwimmnudel über das Metallgitter am Pflegebett.

Die Nudel umschließt das Gitter weich, ist formstabil und bleibt an Ort und Stelle – ohne zusätzliche Befestigung.

Tipp: Besonders an der Höhe der Schienbeine anbringen.

Vorteil:
Die Schwimmnudel wirkt wie ein weiches Polster, reduziert Druckstellen und Verletzungen – und sorgt für mehr Komfort und Sicherheit im Bett.

Tipp 5: Haare waschen bei Bettlägerigkeit

Wieder frisch mit einer einfachen Mülltüte

Frisch gewaschene Haare tun gut – auch wenn der Mensch das Bett nicht verlassen kann. Mit ein paar Handgriffen und einer einfachen Mülltüte wird die Haarwäsche im Liegen selbst bei Bettlägerigkeit möglich. Ohne großes Umziehen, sauber und sicher.

So geht’s:

Nehmen Sie das Kopfkissen weg.

Formen Sie ein Handtuch zu einer Nackenrolle und legen Sie es unter den Kopf.

Platzieren Sie eine blaue Mülltüte (Öffnung zeigt nach oben) unter dem Kopf auf das Handtuch.

Schneiden Sie ein kleines Loch in eine Ecke der Tüte. Stellen Sie dort einen Eimer zum Auffangen des Wassers hin.

Mit einem Messbecher das Haar anfeuchten, shampoonieren und anschließend ausspülen.

Vorteil:
Diese Methode ermöglicht eine gründliche und entspannte Haarwäsche direkt im Bett, ohne das gesamte Bett nass zu machen. Einer meiner besten Tipps für pflegende Angehörige und bettlägerige Pflegebedürftige.

Tipp 6: Richtiges Anfassen ohne Rückenschmerzen

Rückenschmerzen in der Pflege vorbeugen

Oft entstehen Rückenschmerzen in der Pflege nicht durch zu wenig Kraft, sondern durch falsche Haltung und ungeschickte Handgriffe. Wer weiß, wo und wie man anfasst, kann sich selbst und dem Pflegebedürftigen viel erleichtern. Schonen Sie Ihren Rücken und gewinnen Sie an Sicherheit!

So geht’s:

Pflegebett immer auf Hüfthöhe einstellen – nie gebückt arbeiten!
(Eine aufrechte Haltung schützt Ihre Wirbelsäule und beugt Verspannungen vor.)

Grundregel der professionellen Pflege beachten: „Massen fassen – Zwischenräume lassen“ (d.h. große, stabile Körperbereiche anfassen – nicht Gelenke oder Lücken).

Beispiele für richtiges Anfassen im Pflegealltag

Beim Hochhelfen aus dem Bett oder Stuhl:
Nie unter die Achsel greifen!
Stattdessen: Greifen Sie mit Ihrem Unterarm unter den Unterarm des Patienten.
Ihre Hand umfasst dabei den Bereich unterhalb des Ellenbogens.
Der Patient kann Ihren Arm als stabile Auflage nutzen.
Ergebnis: weniger Zug, mehr Fläche, weniger Kraftaufwand

Beim Drehen im Bett:
An der Hüfte und am Schulterblatt greifen, nicht an Armen oder Beinen
Wenn möglich: Patient stellt das Bein auf der Gegenseite auf – das bringt Schwung
Optional: Knie statt Hüfte greifen, um besser zu drehen.

Vorteil: Diese Techniken sind nicht nur rückenschonend, sondern geben dem Patienten auch ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität – und verhindern unabsichtliches Ziehen, Zerren oder Stürzen.

Tipp 7: Aktivierende Pflege

Patienten selber machen lassen, auch wenn es länger dauert

Plötzlich geht nichts mehr so wie früher. Das verändert nicht nur den Alltag, sondern auch das Selbstwertgefühl eines Menschen. Schnell neigt man als Angehöriger dazu, alles zu übernehmen – aus Liebe, aus Fürsorge, aus Zeitdruck. Doch genau darin liegt eine große Gefahr: Selbst kleine Handgriffe wie das Zurechtrücken im Bett oder das Halten der Zahnbürste können verloren gehen, wenn man sie zu oft abnimmt.

Die aktivierende Pflege setzt genau hier an: Sie hilft dem Pflegebedürftigen, mitzumachen – in seinem Tempo, mit seinen Möglichkeiten. Das mag länger dauern, aber es bewahrt Selbstständigkeit, trainiert Fähigkeiten und gibt das Gefühl, gebraucht zu werden.

So geht’s:

Nicht aus der Hand nehmen, sondern anleiten: Zeigen Sie jeden Schritt und begleiten Sie ihn ruhig, statt ihn selbst zu machen.

Zeit einplanen: Aktivierende Pflege braucht Geduld. Planen Sie bewusst ein paar Minuten mehr ein.

Lob und Ermutigung: Auch kleine Erfolge zählen. Loben Sie ehrlich und bestärken Sie in dem, was gut klappt.

Hilfsmittel bereitstellen: Rutschfeste Unterlagen, Haltegriffe oder spezielle Bestecke erleichtern das Mitmachen enorm.

Realistisch bleiben: Aktivieren heißt nicht überfordern. Passen Sie die Aufgaben an Kraft und Tagesform an.

Vorteil:
Aktivierende Pflege stärkt das Selbstwertgefühl, erhält die Selbstständigkeit und schont gleichzeitig die Kraft der pflegenden Angehörigen.

Tipp 8: Routinierter Ablauf

Sicherheit durch Struktur

Struktur schafft Sicherheit – besonders für Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Demenz oder nach einem Schlaganfall. Ein klarer, routinierter Tagesablauf hilft dabei, sich zu orientieren. Er schenkt Stabilität und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

So geht’s:

Legen Sie feste Zeiten und Abläufe für alltägliche Handlungen fest (z. B. Aufstehen, Waschen, Essen, Spazierengehen).

Wiederholen Sie Handlungsabfolgen immer gleich – z. B. beim Anziehen immer mit dem gleichen Kleidungsstück beginnen.

Unterstützen Sie verbal und mit ruhigen Bewegungen – ohne ständig alles zu übernehmen.

Lassen Sie kleine Pausen zur Eigenaktivität und zum Erinnern.

Vorteil:
Routinen fördern das Erinnerungsvermögen, erleichtern die Orientierung und helfen dabei, Handlungen selbstständig auszuführen – auch mit kognitiven Einschränkungen.

Fazit

Kleine Kniffe – große Wirkung im Pflegealltag

Pflege muss nicht perfekt sein – aber sie darf praktisch, klug und alltagstauglich sein.

Ob Müllsack statt Gleitmatte, Napfunterlage als Rutschhilfe oder einfache Grifftechniken: Es sind oft die kleinen Tricks, die den Alltag spürbar erleichtern, Verletzungen vorbeugen und allen Seiten mehr Selbstständigkeit und Sicherheit schenken.

Denn gute Pflege entsteht nicht nur durch große Entscheidungen, sondern durch mitgedachte Lösungen im Kleinen.

Und genau die machen aus Belastung manchmal wieder ein Stück Lebensqualität.

Mehr Tipps für pflegende Angehörige?

Ich unterstütze Sie Schritt für Schritt bei der Pflege Ihrer Liebsten. Ob Alltagstipps oder Hilfe bei Formularen und Anträgen – ich bin für Sie da! Wichtig ist, dass Sie diese schwere Zeit nicht alleine durchstehen müssen.

Für einen strukturierten Einstieg in das Thema Pflege empfehle ich Ihnen auch meinen Artikel „Ihr Leitfaden für die Pflege von Angehörigen – inkl. Checkliste”.

FAQ

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Ja, auf jeden Fall.
Der Blogartikel zeigt einige alltagstaugliche Pflege Tipps und Tricks – besonders rund ums Umlagern, Waschen oder das Sitzen im Bett.

Aber: Pflege im Liegen ist komplex und oft sehr individuell.

Deshalb gibt es noch viele weitere Themen, bei denen ich Sie unterstützen kann, zum Beispiel:

– Hautpflege und Dekubitusprophylaxe (Druckstellen vermeiden)
– Lagern mit Kissen, Handtüchern oder Lagerungshilfen
– Ideen für Beschäftigung und Sinnesaktivierung im Bett
– Tipps für bequeme Haar- und Körperpflege im Liegen
– Essen & Trinken im Bett – ohne Kleckerei und mit Sicherheit
– Toilettengänge & Inkontinenzversorgung diskret und praktisch lösen
– Angehörige entlasten, ohne die Selbstständigkeit zu verlieren

Wenn Sie hierzu mehr wissen möchten, schreiben Sie mir gern. Ich gehe individuell auf Ihre Situation ein – mit Ideen, die zu Ihnen und Ihrem Alltag passen. Denn auch im Bett darf Pflege würdevoll, machbar und menschlich sein.

Brauchen Sie Begleitung bei der Pflege Ihres Angehörigen? Ich bin für Sie da!
Genau dafür sind die Tipps da: klein anfangen, Wirkung spüren, Schritt für Schritt entlasten. Schon eine Idee daraus – z. B. ein 10-Minuten-Zeitfenster zur Aktivierung des Pflegebedürftigen – kann einen Unterschied machen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Entlastung im Kleinen.
Das geht vielen so. Pflegealltag bedeutet meist: zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit, zu viel Verantwortung.
Wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht weiterzukommen, ist das kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein klares Zeichen: Jetzt ist es Zeit für Unterstützung.
Genau deshalb gibt es mich und meine PflegeWolke.

Hier können Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch anfragen!
Meine Pflege Tipps und Tricks sind so gestaltet, dass sie sicher und rückenschonend sind, wenn man sie richtig anwendet.
Wichtig: Jede Pflegesituation ist individuell.
Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich Rückmeldung bei Ihrer Pflegeberatung oder einer Fachkraft.

Oder lassen Sie uns kurz Kontakt aufnehmen!
Ja. Besonders Tipp 7 (aktivierende Pflege) und Tipp 8 (Routinen) meiner Pflege Tipps und Tricks sind wertvolle Alltagshilfen bei Demenz. Sie helfen, Orientierung zu geben, Selbstständigkeit zu fördern und Stress auf beiden Seiten zu verringern.

Sie haben eine Frage, die hier nicht beantwortet wurde?
Dann schreiben Sie mir einfach eine kurze E-Mail – ich helfe gern weiter.

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